Viele der Geflüchteten, die aktuell in Rostock ankommen und in den letzten Tagen und Wochen Rostock erreichten kamen über Österreich nach Deutschland. Hilfsaktionen wie die von #hrohilft gab es zuvor bereits in Wien und München. Im Folgenden gibt es eine kleine Sammlung von Texten aus österreichischen Zeitungen und Blogs.

Robert Misik: Der Aufstand der freiwilligen Helfer

„Es ist vordergründig Hilfsbereitschaft. Doch es ist viel mehr noch ein Aufstand der Zivilgesellschaft gegen politisches Versagen und die ausländerfeindliche Hetze. Aber ein sonderbarer Aufstand, ganz ohne Forderungen und Parolen, sondern einer des Handelns.
Die paradigmatische Figur dieses Aufstands ist die Figur des „freiwilligen Helfers“ und der „freiwilligen Helferin“.“

Melanie Pichler: Im Flüchtlingslager Röszke: Elendsverwaltung in der Festung Europa

„Röszke liegt an der serbischen Grenze. Täglich kommen dort tausende Flüchtlinge über die Balkanroute über die Bahngleise, durch die der Stacheldrahtzaun unterbrochen ist, nach Ungarn. In Röszke gibt es ein offizielles, mit Stacheldraht bewehrtes und bewachtes Lager, in dem die Flüchtlinge registriert werden. Helfer_innen und Medienvertreter_innen haben hier keinen Zugang, die wenigen Berichte und Videos die nach außen gelangen sind erschütternd. Mein Bericht bezieht sich allerdings auf eine Sammelstelle, an der die Flüchtlinge auf die Busse zum Weitertransport warten oder sich zu Fuß auf die Weiterreise machen, um der Registrierung in Ungarn zu entgehen. Wobei „Sammelstelle“ ein irreführender Begriff ist. Es handelt sich um einen einfachen Acker ohne jegliche Infrastruktur.“

Étienne Balibar: Europa und die Geflüchteten: die Erweiterung

„Während sich die Minister_innen der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union am Montag, den 14. September 2015, in Brüssel nicht auf die Umsetzung des von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Plans der Aufteilung einigen konnten (der selbst unzureichend ist angesichts des Rhythmus, in dem die vor allem aus Syrien stammenden Geflüchteten nun ankommen), ist jetzt der Moment gekommen, um das historische Ereignis auszuloten, mit dem die „Gemeinschaft“ europäischer Staaten konfrontiert ist, sowie die Widersprüche, die dieses Ereignis zwischen ihnen und innerhalb eines jeden einzelnen von ihnen zutage fördert. In ganz Europa macht sich die Prognose breit, welche die Kanzlerin Angela Merkel für ihr Land formuliert hatte: „Diese Ereignisse werden unser Land verändern“. Ich meinerseits würde sagen, sie werden Europa verändern. Aber in welchem Sinn? Die Frage ist noch nicht geklärt, auch wenn sie das rasch sein kann. Wir betreten eine Zone mit brutalen Fluktuationen, in der Hellsichtigkeit und Entschlusskraft gefragt sind.“

Nina Horaczek: Die Neuen aus Damaskus

Tausende Syrer sind bereits nach Österreich geflüchtet, zehntausende werden es noch werden. Wer sind diese Menschen, die gekommen sind, um zu bleiben?

Günther Oswald: Asyl auf Zeit: Deutschland schlägt den entgegengesetzten Kurs ein

Die ÖVP hat am Montag ihre Vorschläge zum Asylthema vorgelegt – das UNHCR hält den befristeten Asylstatus für wenig sinnvoll.


Fiona Sara Schmitdt: Pack und Zivilgesellschaft

Für Frauen gibt es in den Sammelunterkünften keine Rückzugsräume, keine Privatsphäre. „Auch Flüchtlinge haben das Recht auf Schutz vor sexueller Gewalt. Für Frauen, die ohne familiäre Begleitung in Flüchtlingslagern ankommen, müssen eigene Wohnräume geschaffen werden“, meint auch die Grüne Frauensprecherin Berivan Aslan.

Auch für jene, die in ihrem Herkunftsland oder während der Flucht sexuelle Gewalt erfahren haben, brauche es Schutz und psychologische Betreuung. Ein positives Beispiel ist das soeben eröffnete „Haus der Frauen Baden“ für Asylsuchende und deren Kinder als „Ort des Schutzes und der Sicherheit, an dem sie ihre persönliche Situation stabilisieren und Pläne für die Zukunft schmieden können“. Wenn sie denn bleiben dürfen.