Gestern hat es viele Ungereimtheiten und fragende Gesichter gegeben. Es ging das Gerücht herum, dass wir uns aufgelöst hätten. Unterstützer_innen sind aus der „Alten Physik“ und der Empor-Halle ausgewiesen worden. Die Schlüssel wurden ihnen abgenommen und das nachdem #hrohilft am Wochenende die „Alte Physik“ überhaupt erst beziehbar gemacht hat und auch von Seiten der Stadt die Notwendigkeit unserer Arbeit betont worden ist. Daraufhin ist die Resolution, welche wir gestern Nachmittag veröffentlicht haben, der einzig richtige Schritt gewesen. Wir wollten deutlich machen, dass wir nicht vorhaben unsere Arbeit einzustellen und haben mit unserem Forderungskatalog auch kenntlich gemacht, weshalb es so wichtig ist, das wir die Arbeit auch weiterhin leisten. Das unzureichende Handeln staatlicher Behörden kann einen würdevollen Aufenthalt für Geflüchtete offensichtlich nicht ermöglichen. Deshalb wollen wir auch nicht, dass Behörden unsere Strukturen ersetzen.

Nach einem hitzigen Telefonat am Nachmittag ist dann ein Gespräch für den Abend zwischen Aktivist_innen von #hrohilft und der Stadt personifiziert durch den Oberbürgermeister Methling und den Sozialsenator Bockhahn vereinbart worden. Dies ist das erste offizielle Gespräch zwischen beiden Seiten gewesen, welches, wie von uns gewünscht, auf Augenhöhe stattgefunden hat. Dort ist deutlich geworden, dass Missverständnisse vorhanden gewesen sind und auf Seiten der Stadt nicht im Ansatz eine Vorstellung davon bestand, was wir geleistet haben. Unsere Selbstverwaltungsstrukturen entsprechen der Situation eher, da wir auch außerhalb von  Öffnungszeiten agieren. Wir arbeiten permanent und motiviert durch unseren humanitären oder politischen Anspruch. Wir wünschen uns, dass die Stadt in finanzieller Form und mit Ressourcen Unterstützung leistet und damit Verantwortung übernimmt. Über die Art und Weise, wie dies geschehen soll müssen wir uns allerdings mit der Stadteinigen.

Kritik wurde bei dem Gespräch mit dem Oberbürgermeister deutlich gemacht. Ausführende Stellen wussten von unseren Ressourcenbedarfen. Das Gespräch verlief sehr kooperativ. Uns wir der Zugang zu allen Orten an denen wir Hilfe leisten wollen und müssen gewährt.“Es ist schön, dass das Gespräch so gut verlaufen ist und wir in Zukunft mit Untersützung der Stadt rechen können, damit wir den Geflüchteten hier helfen können“ sagte Henning vom Koordinationsbüro. Für heute abend um 17 Uhr ist ein weiteres Gespräch angesetzt.

Das schöne an #hrohilft war von Anfang an, dass Aktivist_innen, die schon lange in unterstützenden und sozialen Strukturen tätig sind, mit Menschen zusammenarbeiten, die entweder durch die momentane Situation politisiert wurden oder einfach gerne Hilfe für Menschen in Not leisten wollen. Alle lernen aus diesem Prozess und so kann #hrohilft den Grundstein für eine langlebige unterstützende Struktur in Rostock sein. Auch deshalb werden wir weitermachen.