Zu allererst eine Entschuldigung. Das Format des Info-Updates haben wir in den vergangenen zwei Wochen leider einfach nicht geschafft. Wir wurden aber oft gefragt, ob es bald wieder eins gibt. Den Bitten kommen wir gerne nach. Wir wollen euch nachwievor auf dem aktuellen Stand halten und das regelmäßig. Aber ersteinmal wollen wir euch wieder auf den Stand bringen: was passiert gerade und wo geht was?

Kundgebung: „Refugees Welcome“ – Freitag | 16:00 Uhr | Uniplatz

flyer kundgebung 2oktober

Das aktuellste und wichtigste: am morgigen Freitag startet um 16:00 Uhr auf dem Uni-Platz eine Kundgebung. Wir wollen gemeinsam mit Geflüchteten auch politisch ein Zeichen der Solidarität senden und gemeinsam für menschenwürdige Unterbringung und schnelle Registrierung demonstrieren. Neben einigen Reden von Refugees und Supporter*innen, wird es ein Kinderbetreuungsangebot, Musik, Info-Tische und vieles mehr geben. Kommt also vorbei und bringt Freund*innen, Familie und jeden den ihr kennt mit! Alle Infos gibt’s HIER.

Runder Tisch? Neues Amt? Gespräche, Gespräche, Gespräche!

Was passiert da eigentlich mit der Stadt? Eine gute Frage, die umso schwerer zu beantworten ist. Dass die Stadt in der Verantwortung ist, scheint klar. Wie die Stadt das allerdings anstellen soll und will, ist bis lang noch unklar. Ende letzter Woche gab es viele Hinweise darauf, dass die Stadt die freiwilligen Helfer*innen Beamten unterstellen wollte. Es war zu befürchten, dass dies die etablierten Strukturen verdrängen könnte und letztlich vor allem zu Problemen für Geflüchtete führt. Ein von uns daraufhin geforderter Runder Tisch entstand, vermeintliche oder tatsächliche Kommunikationsdefizite wurden aus dem Weg geräumt.

Seit dem gab es viele Gespräche: drei Runde Tische und seit gestern einen täglichen Austausch zwischen Vertreter*innen des neugegründeten Amt für „Flüchtlingsangelegenheiten und Migration“ und #hrohilft. Konkrete Ergebnisse können wir aber leider (noch) nicht verkünden, da immer noch viel geprüft und überlegt wird, ohne bisher konkrete Ergebnisse zu produzieren.

Ob und woran das genau liegt, ist jedoch schwer zu sagen. Sicher ist aber, dass mal wieder niemand verantwortlich sien will: das Land sieht die Stadt in der Pflicht und umgekehrt. Und Geld ausgeben will ohnehin niemand. Bleibt nur zu hoffen, dass bald jemand Verantwortung übernimmt.

Zelt- oder Containerstädte oder doch die Blücherstraße – Wo entstehen neue Unterkünfte?

Sozialsenator Steffen Bockhahn (links), OB Roland Methling (mitte), Leiter des neugegründeten Amts für Flüchtlingsangelegenheiten & Migration Heiko Tiburtius (rechts)

Sozialsenator Steffen Bockhahn (links), OB Roland Methling (mitte), Leiter des neugegründeten Amts für Flüchtlingsangelegenheiten & Migration Heiko Tiburtius (rechts)

Eine Sache die sich daran anschließt, ist die Suche und Debatte um neue Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete in Rostock. Immer wieder ins Gespräch bringt dabei vor allem Sozialsenator Bockhahn (Die LINKE) Container- oder Zeltstädte, da es kaum leerstehnde Immobilien gebe. Zudem schreckt die Stadt davor zurück, wie andererorts längst geschehen, nötige Immobilien zu beschlagnahmen. Die Möglichkeit besteht zwar rechtlich, man befürchtet wohl aber auf Kosten sietzen zu bleiben und schiebt die Verantwortung mal wieder dem Land zu.

Doch auch das ehemalige Polizei-Gebäude in der Blücherstraße ist wieder im Gespräch und Oberbürgermeister Methling erklärte öffentlich, dass er es „sehr begrüßen würde“, wenn das Gebäude zur Verfügung gestellt wird. Allerdings, so Bockhahn und Methling“, sei hier mal wieder das Land in der Pflicht.

Eins bleibt klar: Geflüchtete haben ein Recht auf eine Menschenwürdige Unterbringung und Zelte und Container sind in dem Zusammenhang mit Sicherheit keine guten Alternativen. Da sollten wir am Ball bleiben!

Wie weiter? Zukunfts-Debatte um „Rostock hilft“

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Eine Frage, die in den vergangenen Wochen sehr oft im Info-Büro aufschlug und auch zahlreiche Presse-Vertreter*innen stellten: Was seid ihr eigentlich? Und ganz ehrlich: keine*r weiß es so genau. Von „Netzwerk“ über „Initiative“ bis hin zur „sozialen Bewegung“ gibt es zahlreiche Meinungen, die alle ihre Berechtigung haben.

Ähnlich hält es sich mit dem Selbstverständnis. Leisten wir humanitäre Hilfe? Wollen wir politische Forderungen formulieren? Und vor allem:  wie und an wen richten wir uns? Eins ist sicher: wer einen humanitären Anspruch hat und Geflüchtete auch als selbstbestimmte Individuen unterstützen möchte, muss auch deren politische Forderungen und Wünsche unterstützen; darum auch die Demo am Freitag. Wie sich unser Selbstverständnis in Zuklunft jedoch gestalten soll, müssen wir gemeinsam diskutieren!

Daher fand schon am vergangenen Sonntag ein großes Plenum im Peter-Weiss-Haus statt, wo in Gruppen diskutiert wurde, was wir sind und vor allem, was wir sein wollen. Und auch am nächsten Sonntag um 17:00 Uhr findet im Peter-Weiss-Haus eine nächste Diskussion statt, zu der wir alle herzlich einladen wollen. Denn „Rostock hilft“ sind wir alle und wir sollten auch alle mitentscheiden, wie es mit „Rostock hilft “ weitergehen soll!

Jede*r kann helfen!

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Zum Schluss wollen wir noch eine sehr wichtige Botschaft loswerden: Ihr seid großartig und leistet großartiges, egal ob am Bahnhof, am Terminal, im Spenden-Keller, dem Info-Büro und den Fahrten, in den Unterkünften und Gesprächen und Debatten oder wo auch immer ihr unterwegs seid; macht weiter und motiviert auch andere mitzumachen! Jede*r kann helfen und wir werden noch eine ganze Weile gebraucht werden. Also sagt allen Bescheid, bringt Freundinnen und Freunde, Familie und Verwandte und alle die ihr kennt, einfach mal mit zur Schicht. Erklärt, wo und wann geholfen werden kann und sagt euch auch mal gegenseitig, was für einen großartigen Job ihr macht!

Und zeigt Leuten unser Schichtplan-System! – http://hrohilft.blogsport.eu/helfen/

Und ganz zum Schluss ein kleiner Ausblick: die Info-Updates sollen wieder regelmäßig folgen und wir möchten auch sehr gern wieder von den einzelnen Spots, Crews und Teams in der ganzen Stadt berichten. Wir melden uns!

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Termine:

Donnerstag, 1. Oktober | 19:00 Uhr
Poldo im Peter-Weiss-Haus

Freitag, 2. Oktober  16:00 Uhr:
Kundgebung auf dem Uni-Platz

Sonntag, 4. Oktober: 17:00 Uhr:
Großes Plenum im Peter-Weiss-Haus
Monta, 5. Oktober: 18:00 Uhr:
Infoveranstaltung: Rechtliche Grundlagen des Asylverfahrens – Eine Einführung für Helfer*innen im Peter-Weiss-Haus