Am heutigen Freitag Nachmittag haben sich etwa 80 Geflüchtete, SupporterInnen und Interessierte zum Thema Familiennachzug versammelt. Nach einer Kundgebung auf dem Neuen Markt wurden auf dem Weihnachtsmarkt Grußkarten mit den Wünschen der syrischen Geflüchteten verteilt.

Auf der Kundgebung sprach ein Refugee zur Situation des Familiennachzugs. Zwar haben die Angehörigen der hier Anerkannten ein Recht ihren Familienmitgliedern zu folgen, dies wird allerdings durch die Situation in und um Syrien faktisch unmöglich: Die Angehörigen müssen einen Antrag in einer nahe gelegenen Botschaft stellen. Diese sind in der Umgebung geschlossen oder schwer bis gar nicht erreichbar. Im Libanon gibt es eine Wartezeit von bis zu einem Jahr für einen Termin. Dies führt dazu, dass sich immer mehr Familienangehörige ihrerseits auf den gefährlichen Weg, z.B. übers Mittelmeer, machen. Die RednerInnen forderten die PolitkerInnen auf, einfachere und umsetzbare Verfahren zum Beantragen eines Visums einzuführen.

Eine Aktivistin aus Berlin berichtete eindrücklich darüber, wie jeder Neuankommende in Deutschland für die eigenen Rechte eintreten sollte. Wer die Familie in Unsicherheit lebend weiß, wird kaum zur Ruhe kommen, denn Essen und ein Dach überm Kopf decken zwar die Grund- nicht aber existentielle Bedürfnisse. Sie betonte, dass der Krieg Auslöser für die Flucht ist und stabile politische Verhältnisse in Syrien ein gutes Leben für die Menschen auch in Syrien wieder möglich macht.

Eine Helferin von „Rostock hilft“ betonte, dass das Recht auf Familiennachzug ebenso für Subsidiär Geschütze und Menschen mit Duldung möglich sein sollte. Bisher ist dies nur für Flüchtlinge nach Genfer Flüchtlingskonvention und Asylsuchende mit Anerkennung möglich.

Die Kundgebung sollte Menschen in Rostock anregen, sich mit der Situation der Geflüchteten auseinanderzusetzen. Weihnachten, das Fest der Familie, sollte Anlass sein, Empathie für diejenigen zu entwickeln, die ihre Angehörigen in Kriegsgebieten zurückgelassen haben.

Die Aktion wurde von Asylsuchenden entwickelt und von „Rostock hilft“ durch Infrastruktur und Aufrufe unterstützt.

In den kommenden Tagen wird die Aktion noch um eine Postkartenaktion erweitert. Ihr seid herzlich eingeladen Herrn De Maizere und Frau Schwesig eine Karte zu schicken und sie auf die mangelnden Umsetzungsmöglichkeiten für Familiennachzug aufmerksam zu machen.